Wichernhaus Altdorf

Angebote für Menschen mit Behinderung

Infos zum Standort
05.02.2024

Lust auf Dienstreisen zum Derby?

Das Wichernhaus der Rummelsberger Diakonie in Altdorf will den Bewohner*innen mehr Teilhabe ermöglichen – Pflegekräfte gesucht

Altdorf – Mehr Inklusion wagen: Im Wichernhaus der Rummelsberger Diakonie in Altdorf leben 68 Menschen mit einer Behinderung. Ein Schwerpunkt der Arbeit des sozialen Trägers liegt darauf, Teilhabe zu ermöglichen. Im Wichernhaus ziehen alle an einem Strang, um die Gesellschaft barrierefreier zu gestalten.

Auf der Gruppe 11 leben Erwachsene, die dauerbeatmet werden. Sie fahren im Rollstuhl, einige von ihnen benötigen eine Kanüle im Hals, die eine Beatmung ermöglicht. Das medizinische Gerät ist tagsüber am Rollstuhl befestigt. Die Mitarbeiter*innen sind neben den pädagogischen Kräften auch ausgebildete Gesundheits- und Krankenpfleger*innen, denn die Bewohner*innen brauchen auch medizinische Pflege.

So wie Marie Roth (Name geändert). Die 32-Jährige ist eine lebenslustige Frau, die gerne in ihrem Rolli unterwegs ist. Sie schläft gerne lang, quatscht mit den Mitarbeiter*innen und ist gerne im Altdorfer Stadtzentrum zum Shoppen oder Kaffee trinken. Als sie vor zwölf Jahren in die Einrichtung der Rummelsberger Diakonie einzog, befand sich Marie Roth im Wachkomma. Sie kam mit einem Herzfehler zur Welt und im Laufe ihres Lebens kamen noch weitere Diagnosen dazu. Damals konnte sie sich nicht mehr bewegen, nicht sprechen und kaum noch selbstständig essen.

Während des Aufenthalts in einer REHA-Einrichtung wurden die Medikamente umgestellt und im Wichernhaus haben die Mitarbeiter*innen Marie Roth unter anderem mit einem Mobilitätstraining unterstützt. Sobald möglich, haben die Mitarbeiter*innen die Frau motiviert, ein möglichst selbstständiges Leben zu führen. Und dann kommt immer ein Wunsch auf: Zeit außerhalb der Einrichtung zu verbringen.

„Wir gehen mit den Bewohner*innen auf Konzerte, ins Kino und besuchen Fußball- und Eishockey-Spiele“, erzählt Lena-Marie Fuchs. Sie arbeitet seit einem Jahr im Wichernhaus. Die Gesundheits- und Krankheitspflegerin war zwölf Jahre lang in einer großen Klinik in Nürnberg tätig. „Irgendwann habe ich meine Arbeit als „Pflege am Fließband“ empfunden und dann ging es nicht mehr“, erzählt die 39-Jährige. Sie absolvierte eine Umschulung zur Industriekauffrau. Dann unterschrieb sie bei einem Immobilienunternehmen und wurde damit aber auch nicht glücklich: „Das war schon absurd, wenn Kunden mich bedrohten, weil die Klingel nicht funktionierte“, erzählt sie und schüttelt den Kopf. Sie überlegt und sucht nach den richtigen Worten, die ihre Arbeit im Wichernhaus beschreiben. „Es sind wirklich wichtige Themen wie Leben und Tod, Freundschaft und einander unterstützen“, sagt Lena-Marie Fuchs.

Die persönliche Beziehung mit den Bewohner*innen gehört auf Gruppe 11 dazu. Adrian Kaunzinger lebt seit 18 Jahren in Altdorf. Er hat schon einige Mitarbeiter*innen ins Herz geschlossen und wieder verabschieden müssen. Er weiß, dass die Teilhabemöglichkeiten der Bewohner*innen auch davon abhängen, dass genügend Mitarbeiter*innen auf der Gruppe arbeiten. Wenn dann noch die persönliche Beziehung passt, ist in Sachen Inklusion fast alles möglich: „2016 haben mich Mitarbeiter*innen auf eine Safari im Tsavo-East-Nationalpark in Kenia begleitet. Das war ein großer Traum von mir, den ich mir ohne diese tolle Unterstützung nicht hätte erfüllen können.“

Adrian Kaunzinger ist mit der Erbkrankheit Muskeldystrophie, auch Muskelschwund genannt, auf die Welt gekommen. Er sitzt im Rollstuhl und ist mit einem Beatmungsgerät verbunden. Bei seinem Alltag im Wichernhaus, beim Waschen, Anziehen und Einkaufen unterstützen ihn Mitarbeitende der Rummelsberger Diakonie. „Momentan können wir leider keine Reisen mehr machen, weil wir zu wenige Mitarbeiter*innen auf der Gruppe haben“, bedauert der 55-Jährige.

Lena-Marie Fuchs bereut den Schritt raus aus dem Krankenhaus nicht, im Gegenteil. „Wir haben hier auch viel Arbeit, aber bei uns stehen die Klient*innen im Mittelpunkt.“ Bewohner*innen und Mitarbeiter*innen suchen gerade nach Gesundheits- und Krankenpfleger*innen, Kinderkrankenpfleger*innen und Pflegefachkräften, die Lust haben, Aktivitäten zu unternehmen, die Spaß machen. Das sind zum Beispiel: ins Kino gehen, nach Berlin zum Basketball fahren oder beim Derby in Nürnberg mitzufiebern. Interesse? Weitere Infos über die Menschen der Gruppe 11 und über die Stelle stehen hier: https://7werke.de/inklusion

 

 

 

 

 

 

 


Von: Heike Reinhold

Mehr Inklusion ermöglichen: Bewohner*innen des Wichernhaus in Altdorf wünschen sich mehr Teilhabemöglichkeiten. Fotos: Heike Reinhold

22.01.2024

Action-Raum im Haus Ebelsbach eingerichtet

Spende ermöglicht Bewegungsvielfalt für Bewohner*innen der Rummelsberger Behindertenhilfe

Ebelsbach– Nicht alle Bewohner*innen des Haus Ebelsbachs in der Region Haßberge der Rummelsberger Diakonie streben nach Ruhe und Entspannung. Im Gegenteil. Viele der Klient*innen haben bedingt durch ihre begleitenden Diagnosen einen hohen Bewegungsdrang, den sie täglich ausleben wollen und müssen. Die Männer und Frauen sind beschützt untergebracht, verfügen nicht über eine Orientierungsfähigkeit und weisen fremd- und/oder selbstaggressive Verhaltensweisen auf.

Durch die finanzielle Unterstützung der „Stefanie-Arnold-Stiftung“ war es der Einrichtung der Rummelsberger Dienste für Menschen mit Behinderung (RDB) möglich, einen „Action-Raum“ einzurichten. Dieser ist ausgestattet mit einer großen Sprossenwand, einer Weichbodenmatte sowie zwei Wellenmatten. Die Bewohner*innen können eine Nestschaukel und ein Boxsack nutzen. Die Wände sind mit Motorikspielen ausgestattet, die für interaktiven Spaß sorgen, und zusätzlich können die Bewohner*innen sich an einem Schwebebalken ausprobieren, um die motorischen Fähigkeiten herauszufordern. Bälle, Schwungtücher, Antiaggressionsschläger und Fußerlebnismatten ergänzen die ganzheitliche, physische sowie kognitive Erlebnisvielfalt des neu geschaffenen Raumes.

Gesteigerte Lebensqualität dank Bewegung

„Bewegung macht nicht nur Spaß, sie stärkt auch die Abwehrkräfte, verringert Schmerzen und senkt sogar das Risiko für psychische Erkrankungen“, erklärt Thorsten Landgraf, Leitung des Haus Ebelsbach. Zudem soll Bewegung dem aggressiven und/oder herausfordernden Verhalten mancher Bewohner*innen entgegenwirken und innere Unruhe und Spannungen abbauen.

Sport und Bewegung weisen für Menschen mit Behinderungen ganzheitlich positive Effekte auf sensomotorischer, kognitiver und psychosozialer Ebene auf. Diese können sich wiederum positiv auf die soziale und berufliche Teilhabe auswirken und zu einer gesteigerten Lebensqualität führen.


Von: Rummelsberger Diakonie

Der „Action Raum“ im Haus Ebelsbach lässt keine Wünsche offen

05.02.2024

Lust auf Dienstreisen zum Derby?

Das Wichernhaus der Rummelsberger Diakonie in Altdorf will den Bewohner*innen mehr Teilhabe ermöglichen – Pflegekräfte gesucht

Altdorf – Mehr Inklusion wagen: Im Wichernhaus der Rummelsberger Diakonie in Altdorf leben 68 Menschen mit einer Behinderung. Ein Schwerpunkt der Arbeit des sozialen Trägers liegt darauf, Teilhabe zu ermöglichen. Im Wichernhaus ziehen alle an einem Strang, um die Gesellschaft barrierefreier zu gestalten.

Auf der Gruppe 11 leben Erwachsene, die dauerbeatmet werden. Sie fahren im Rollstuhl, einige von ihnen benötigen eine Kanüle im Hals, die eine Beatmung ermöglicht. Das medizinische Gerät ist tagsüber am Rollstuhl befestigt. Die Mitarbeiter*innen sind neben den pädagogischen Kräften auch ausgebildete Gesundheits- und Krankenpfleger*innen, denn die Bewohner*innen brauchen auch medizinische Pflege.

So wie Marie Roth (Name geändert). Die 32-Jährige ist eine lebenslustige Frau, die gerne in ihrem Rolli unterwegs ist. Sie schläft gerne lang, quatscht mit den Mitarbeiter*innen und ist gerne im Altdorfer Stadtzentrum zum Shoppen oder Kaffee trinken. Als sie vor zwölf Jahren in die Einrichtung der Rummelsberger Diakonie einzog, befand sich Marie Roth im Wachkomma. Sie kam mit einem Herzfehler zur Welt und im Laufe ihres Lebens kamen noch weitere Diagnosen dazu. Damals konnte sie sich nicht mehr bewegen, nicht sprechen und kaum noch selbstständig essen.

Während des Aufenthalts in einer REHA-Einrichtung wurden die Medikamente umgestellt und im Wichernhaus haben die Mitarbeiter*innen Marie Roth unter anderem mit einem Mobilitätstraining unterstützt. Sobald möglich, haben die Mitarbeiter*innen die Frau motiviert, ein möglichst selbstständiges Leben zu führen. Und dann kommt immer ein Wunsch auf: Zeit außerhalb der Einrichtung zu verbringen.

„Wir gehen mit den Bewohner*innen auf Konzerte, ins Kino und besuchen Fußball- und Eishockey-Spiele“, erzählt Lena-Marie Fuchs. Sie arbeitet seit einem Jahr im Wichernhaus. Die Gesundheits- und Krankheitspflegerin war zwölf Jahre lang in einer großen Klinik in Nürnberg tätig. „Irgendwann habe ich meine Arbeit als „Pflege am Fließband“ empfunden und dann ging es nicht mehr“, erzählt die 39-Jährige. Sie absolvierte eine Umschulung zur Industriekauffrau. Dann unterschrieb sie bei einem Immobilienunternehmen und wurde damit aber auch nicht glücklich: „Das war schon absurd, wenn Kunden mich bedrohten, weil die Klingel nicht funktionierte“, erzählt sie und schüttelt den Kopf. Sie überlegt und sucht nach den richtigen Worten, die ihre Arbeit im Wichernhaus beschreiben. „Es sind wirklich wichtige Themen wie Leben und Tod, Freundschaft und einander unterstützen“, sagt Lena-Marie Fuchs.

Die persönliche Beziehung mit den Bewohner*innen gehört auf Gruppe 11 dazu. Adrian Kaunzinger lebt seit 18 Jahren in Altdorf. Er hat schon einige Mitarbeiter*innen ins Herz geschlossen und wieder verabschieden müssen. Er weiß, dass die Teilhabemöglichkeiten der Bewohner*innen auch davon abhängen, dass genügend Mitarbeiter*innen auf der Gruppe arbeiten. Wenn dann noch die persönliche Beziehung passt, ist in Sachen Inklusion fast alles möglich: „2016 haben mich Mitarbeiter*innen auf eine Safari im Tsavo-East-Nationalpark in Kenia begleitet. Das war ein großer Traum von mir, den ich mir ohne diese tolle Unterstützung nicht hätte erfüllen können.“

Adrian Kaunzinger ist mit der Erbkrankheit Muskeldystrophie, auch Muskelschwund genannt, auf die Welt gekommen. Er sitzt im Rollstuhl und ist mit einem Beatmungsgerät verbunden. Bei seinem Alltag im Wichernhaus, beim Waschen, Anziehen und Einkaufen unterstützen ihn Mitarbeitende der Rummelsberger Diakonie. „Momentan können wir leider keine Reisen mehr machen, weil wir zu wenige Mitarbeiter*innen auf der Gruppe haben“, bedauert der 55-Jährige.

Lena-Marie Fuchs bereut den Schritt raus aus dem Krankenhaus nicht, im Gegenteil. „Wir haben hier auch viel Arbeit, aber bei uns stehen die Klient*innen im Mittelpunkt.“ Bewohner*innen und Mitarbeiter*innen suchen gerade nach Gesundheits- und Krankenpfleger*innen, Kinderkrankenpfleger*innen und Pflegefachkräften, die Lust haben, Aktivitäten zu unternehmen, die Spaß machen. Das sind zum Beispiel: ins Kino gehen, nach Berlin zum Basketball fahren oder beim Derby in Nürnberg mitzufiebern. Interesse? Weitere Infos über die Menschen der Gruppe 11 und über die Stelle stehen hier: https://7werke.de/inklusion

 

 

 

 

 

 

 


Von: Heike Reinhold

Mehr Inklusion ermöglichen: Bewohner*innen des Wichernhaus in Altdorf wünschen sich mehr Teilhabemöglichkeiten. Fotos: Heike Reinhold