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15.12.2022

Junge Stiftung wirkt bereits

„Dr. Gerhard-Kühlewind-Stiftung“ der Rummelsberger Diakonie unterstützt Bewohner des Hilpoltsteiner Auhofs

Hilpoltstein-  Dr. Gerhard Kühlewind gründete vor einem Jahr seine gleichnamige Stiftung mithilfe der Rummelsberger Diakonie. Anlässlich des einjährigen Bestehens erhielt Dr. Kühlewind die Urkunde des Evangelischen Landesbischofs Dr. Heinrich Bedford-Strohm zum Dank für sein großzügiges Engagement, welches unter anderem einem Bewohner des Auhofs zuteilwurde. Die Stiftung übernahm für ihn die jährlichen Vereinskosten des örtlichen Fußballvereins.

Dr. Kühlewind möchte mit seiner Stiftung Menschen jeden Lebensalters, die in den Einrichtungen und Diensten der Rummelsberger Diakonie betreut und begleitet werden, unterstützen. Der Rentner leistet damit konkret finanzielle Hilfe im Einzelfall, die er insbesondere über weitere Spenden an seine Stiftung ermöglichen will.

Den Anstoß zur Gründung seiner eigenen Stiftung gab Dr. Gerhard Kühlewind sein Sohn Rainer Kühlewind. Als Rektor der Comenius-Schule am Rummelsberger Auhof gestaltet er die wertvolle Arbeit der Diakonie maßgeblich mit und konnte seinem Vater das Engagement besten Gewissens weiterempfehlen. Nach dem Tod seiner Frau schöpfte Dr. Kühlewind unter anderem durch die Gründung der Stiftung neuen Lebensmut. Außerdem hilft dem 78-Jährigen die Gemeinschaft der Rummelsberger Stifter*innen bei der Bewältigung seiner Trauer.


Von: Paula Wahlig

12.12.2022

Erfolgreich neue Wege gehen

Modellprojekt in Oberfranken: Talentschmiede Schmeilsdorf der Rummelsberger Diakonie schafft Ausbildungsangebot für jungen Autisten in ihrer Verwaltung.

Mainleus - Stefan O. (32) hat es geschafft. Nach mehreren Jahren auf Jobsuche hat er mit Unterstützung der Kulmbacher Geschwister Gummi-Stiftung und des Jobcenters Kulmbach zum 1. September 2022 eine Umschulung zum Kaufmann für Büromanagement bei der Rummelsberger Diakonie begonnen. Stefan O. ist Autist. Um ihm eine Ausbildung und somit eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, hat sich das Haus Schmeilsdorf der Rummelsberger Diakonie in Mainleus eigens bei der Handwerkskammer als Ausbildungsstätte zertifizieren lassen.

„Stefan ist ein toller junger Mann, der sich diese Chance wirklich erarbeitet hat“, sagt Thomas Mahr, Leiter der Talentschmiede Schmeilsdorf, wie die Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WbfM) bei der Rummelsberger Diakonie genannt werden. Kennengelernt haben sich Thomas Mahr und Stefan O., als sich dieser Anfang des Jahres für ein Praktikum vorstellte. Die Chemie stimmte und Stefan O. ergriff gleich die Chance: „Das Praktikum in der Werkstatt habe ich mit der Hoffnung begonnen, hier eine Umschulung machen zu können“, erzählt er. Obwohl der 32-Jährige Abitur hat und eine Ausbildung zum staatlich geprüften agrartechnischen Assistenten am Max Rubner-Institut Kulmbach absolvierte, lief es bisher beruflich nicht rund. „Ich brauche eben in der einen oder anderen Situation Unterstützung“, fasst es Stefan O. zusammen. In der Talentschmiede Schmeilsdorf hat er jetzt Menschen gefunden, die ganz individuell auf ihn eingehen können.

Stefan O. geht gerne ins Haus Schmeilsdorf. Seine Kolleg*innen überzeugte er von seiner gründlichen und genauen Arbeitsweise. „Stefan hat unseren Logistikbereich unterstützt und Dokumentationsaufgaben wie Lieferscheine schreiben, den Wareneingang kontrollieren und Aufträge bearbeiten mit übernommen“, lobt Thomas Mahr. Während seines Praktikums hat der junge Mann alle Bereiche der Werkstatt kennengelernt. Neben den Bereichen Lager und Logistik arbeitete er auch in den Montagegruppen mit.

Der Kontakt mit Stefan O. kam über die Geschwister Gummi-Stiftung zustande. Die Stiftung mit Sitz in Kulmbach kümmert sich seit über 160 Jahren um das Wohl von Kindern, Jugendlichen und Familien. 2021 hat die Kooperation zwischen Talentschmiede und Stiftung begonnen. „Wir haben damals neue Praktikumspartner besonders im Bereich der niedrigschwelligen Arbeitsangebote gesucht“, informiert Florian Ernst, Sozialpädagoge von der Geschwister Gummi-Stiftung. Als sogenannter Maßnahmenträger war die Stiftung auch an den Vereinbarungen mit dem Jobcenter beteiligt. Stefan O. wurde während des Praktikums im Rahmen einer Fördermaßnahme sehr individuell unterstützt. Die Umschulung in Vollzeit wird überwiegend vom Jobcenter Kulmbach finanziert. Neben seiner Arbeit in der Verwaltung des Hauses Schmeilsdorf besucht er die Berufsschule für kaufmännische Berufe in Bayreuth.

Mit ihrer Unterstützung für Stefan O. haben sich die Talentschmiede Schmeilsdorf und auch das Haus Schmeilsdorf, eine Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung der Rummelsberger Diakonie, auf neues Terrain begeben. „Wir haben bisher keine Azubis in der Verwaltung ausgebildet“, sagt Mahr. Also hat er sich mit seinen Kolleg*innen darum gekümmert, dass die Einrichtung alle Anforderungen erfüllt, um ausbilden zu dürfen. „Seit September 2022 sind wir nun ein anerkannter Ausbildungsbetrieb der Handwerkskammer Bayreuth“, freut sich Karin Lochner-Eber, Leiterin der Schmeilsdorfer Einrichtungen.  

Know-how in der Arbeit mit Menschen im Autismus-Spektrum erhält die Einrichtung der Rummelsberger Diakonie durch das Autismuszentrum Burgkunstadt. Zwar kann die Rummelsberger Behindertenhilfe viel Erfahrung in der Arbeit mit Autist*innen vorweisen. Doch die Unterstützung für Stefan O. ist individuell auf den jungen Mann zugeschnitten. Die Aufgaben des Autismus-Kompetenzzentrums liegen in der bedarfsgerechten Beratung, Information und Unterstützung von autistischen Menschen, deren Eltern und Bezugspersonen und von Fachkräften. „Zum Projektstart haben uns die Berater*innen über besondere Verhaltensweisen von Menschen im Autismus-Spektrum informiert und uns erklärt, wie wir damit gut umgehen können“, erzählt Thomas Mahr. Bei Bedarf können sich alle Beteiligten weiter Beratung und Unterstützung holen. „Momentan komme ich so gut zurecht, dass wir das gar nicht brauchen“, berichtet Stefan O.

Auch beim Lernen in der Berufsschule wird Stefan O. unterstützt. Mitarbeiter*innen des Berufsförderwerks Nürnberg (BFW) begleiten ihn regelmäßig, in einer  berufsschulbegleitenden Maßnahme werden die Lerninhalte außerdem vertieft.

„Dass wir Stefan diese Ausbildung ermöglichen können, sehen wir als ersten Erweiterungsschritt unserer Werkstatt für behinderte Menschen. Denn zukünftig wollen wir ein modernes Sozialunternehmen im Bereich der Beruflichen Rehabilitation sein“, erklärt Thomas Mahr. Sein Ziel ist es, künftig mehr Menschen mit Behinderung eine Ausbildung bei der Rummelsberger Diakonie in Schmeilsdorf zu ermöglichen.

Stefan O.s Umschulung dauert drei Jahre. „Wir hoffen sehr, dass wir Stefan dann eine feste Stelle anbieten können oder ihn an ein Unternehmen in der Region empfehlen können“, sagt Thomas Mahr. Und auch die beiden Verwaltungsfachkräfte des Hauses Schmeilsdorf, Sibylle Marks und Andrea Braun, die den Azubi betreuen und fördern, sind optimistisch und freuen sich auf die weitere Zusammenarbeit. Stefan O., getragen von so viel Unterstützung und positiver Rückmeldung verspricht: „Ich werde mein Bestes geben.“

Das Haus Schmeilsdorf und die Talentschmiede Schmeilsdorf der Rummelsberger Diakonie bestehen seit 1989. In der Werkstatt sind 60 Menschen mit Behinderung beschäftigt. Viele Wohnen in der benachbarten Wohneinrichtung, im Haus Schmeilsdorf. 110 Mitarbeiter*innen, davon 20 in der Talentschmiede, unterstützen und begleiten die Menschen in den Angeboten vor Ort. Weitere Informationen finden Sie hier: rummelsberger-diakonie.de/schmeilsdorf


Von: Heike Reinhold

Das Kaufmännische liegt ihm: Stefan O. hat im September eine Umschulung zum Kaufmann für Büromanagement bei der Rummelsberger Diakonie in der Verwaltung des Hauses Schmeilsdorf begonnen. Foto: Simon Malik

15.12.2022

Junge Stiftung wirkt bereits

„Dr. Gerhard-Kühlewind-Stiftung“ der Rummelsberger Diakonie unterstützt Bewohner des Hilpoltsteiner Auhofs

Hilpoltstein-  Dr. Gerhard Kühlewind gründete vor einem Jahr seine gleichnamige Stiftung mithilfe der Rummelsberger Diakonie. Anlässlich des einjährigen Bestehens erhielt Dr. Kühlewind die Urkunde des Evangelischen Landesbischofs Dr. Heinrich Bedford-Strohm zum Dank für sein großzügiges Engagement, welches unter anderem einem Bewohner des Auhofs zuteilwurde. Die Stiftung übernahm für ihn die jährlichen Vereinskosten des örtlichen Fußballvereins.

Dr. Kühlewind möchte mit seiner Stiftung Menschen jeden Lebensalters, die in den Einrichtungen und Diensten der Rummelsberger Diakonie betreut und begleitet werden, unterstützen. Der Rentner leistet damit konkret finanzielle Hilfe im Einzelfall, die er insbesondere über weitere Spenden an seine Stiftung ermöglichen will.

Den Anstoß zur Gründung seiner eigenen Stiftung gab Dr. Gerhard Kühlewind sein Sohn Rainer Kühlewind. Als Rektor der Comenius-Schule am Rummelsberger Auhof gestaltet er die wertvolle Arbeit der Diakonie maßgeblich mit und konnte seinem Vater das Engagement besten Gewissens weiterempfehlen. Nach dem Tod seiner Frau schöpfte Dr. Kühlewind unter anderem durch die Gründung der Stiftung neuen Lebensmut. Außerdem hilft dem 78-Jährigen die Gemeinschaft der Rummelsberger Stifter*innen bei der Bewältigung seiner Trauer.


Von: Paula Wahlig