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27.05.2020

Bäume statt CO2

Rummelsberger Diakonie steigt auf ökologische Suchmaschine Ecosia um

Dass seit einigen Wochen jede vermeintliche Google-Suche, die Mitarbeitende der Rummelsberger Diakonie im trägereigenen Netz machen, eigentlich eine Ecosia-Suche ist, könnte auffallen: Statt zwei Gramm CO2 pro Suchanfrage auszustoßen, wie es bei einer durchschnittlichen Suchanfrage im Netz der Fall ist, wird mit jeweils 45 Suchanfragen ein Baum gepflanzt.

Angestoßen hatte diese Idee Dominic Portisch, der in einer Außenwohngruppe des Auhofs in Roth arbeitet. Doch er ist ehrlich: „Eigentlich hatte diese Idee meine Tochter Junea, sie ist auf jeden Fall die treibende Kraft in unserer Familie, was Umweltschutz angeht.“

Junea ist zwölf Jahre alt und Schülerin an der Realschule in Hilpoltstein. Statt eines Adventskalenders („So viel einzeln verpackte Sachen und nicht mal faire Schokolade“) hatte sie in der Vorweihnachtszeit das Büchlein „Every Day for Future“ bekommen, in dem für jeden Tag eine Idee stand, wie man die Umwelt schützen könne. Eine der insgesamt
100 Ideen war die Suchmaschine Ecosia. „Als erstes haben wir unseren Laptop umgestellt, dann alle Handys, dann den Rechner“, erinnert sich Dominic Portisch. „Und dann wollte Junea wissen, ob man das nicht auch am Auhof machen könnte.“ Also wandte er sich an Andreas Ammon, den Leiter des Auhofs. Der war von der Idee so angetan, dass er sie direkt an die Kollegen in der IT-Abteilung weitergab – und nun suchen alle im Rummelsberger Netz standardmäßig in Ecosia. Da das Erscheinungsbild der Suchmaske und der Ergebnisliste sehr ähnlich ist wie bei Google, fällt es vielen wahrscheinlich nicht auf.

„Ich merke keinen Unterschied bei den Suchergebnissen“, sagt Portisch, der schon seit
20 Jahren bei den Rummelsbergern arbeitet. „Ich nutze es wirklich als portables Telefonbuch.“ Er lacht. „Aber ich sage nach wie vor ‚googeln‘. Dann googelt man eben jetzt auf Ecosia, der Begriff ist ja mittlerweile völlig von der Suchmaschine losgelöst.“

Wie Ecosia funktioniert, wird auf der Startseite der ökologischen Suchmaschine erklärt: Jede Suchanfrage generiert Einnahmen für Ecosia. Diese Einnahmen werden genutzt, um Aufforstungsprojekte zu finanzieren. „Vor allem in Asien und Südamerika“, weiß Junea. So entsteht eine negative CO2 – Bilanz. Dazu kommt, dass die Ecosia-Rechner mit Ökostrom betrieben werden. Der positive Nebeneffekt für die eigene Privatsphäre ist, dass Ecosia die Daten nicht an Werbeträger verkauft.

Also rundum eine tolle Idee, die Familie Portisch mitgebracht hat – und sie haben noch mehr davon. „Ich versuche, die Kollegen von einem freiwilligen Tempolimit 130 zu überzeugen. Das spart Sprit und vermeidet Unfälle. Wir transportieren schließlich kein Zeitgut, sondern begleiten in der Regel Menschen“, lacht Dominic Portisch.

Diakonin Arnica Mühlendyck (2.821 Zeichen)


Von: Diakonin Arnica Mühlendyck

Junea und Dominic Portisch haben angeregt, dass alle Suchanfragen im Rummelsberger Netz über die ökologische Suchmaschine Ecosia laufen. (Foto: Mühlendyck)