Wichernhaus Altdorf

Angebote für Menschen mit Behinderung

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07.06.2019

Aktuelle Mode auf dem Catwalk im Haus Weiher

Elf Bewohnerinnen und Bewohner machten als Models bei einer Modenschau in der Einrichtung der Rummelsberger Diakonie mit.

Hersbruck – Superdünne Models, gewagte Schnitte, nervöse Designer und in der Luft liegt ein Hauch von großer weiter Welt: Dieser Wind weht auf den Laufstegen der Modemetropolen dieser Welt. Bei der Modenschau im Haus Weiher war es die entspannte Stimmung, die beeindruckte. Elf Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtung für Menschen mit Behinderung der Rummelsberger Diakonie haben es bei der Vorführung im Mehrzweckraum genossen, den Zuschauerinnen und Zuschauern neue Mode vorzuführen, die jeder tragen kann.

So hingen auf den sieben Kleiderstangen auch keine Glitzerkleidchen mit Ausschnitt bis zum Bauchnabel. Die Frauen und Männer zeigten Hosen in verschiedenen Farben und Längen. Oberteile in uni und gemustert, Sommerjacken und Strohhüte. In den extra eingerichteten Ankleiden probierten die Models verschiedene Outfits an, welche die Firma Uhlig aus Chemnitz zur Modenschau mitgebracht hatte. Das Angebot nutzen die Bewohnerinnen und Bewohner schon seit zehn Jahren. Die schönsten Stücke haben die Frauen und Männer dann auf dem Catwalk präsentiert. Zu Musik liefen sie nacheinander durch die Zuschauerreihen und zeigten farbenfrohe Alltagskleidung. Die Auswahl und das Schminken der Bewohnerinnen und Bewohner nahmen mehrere Stunden in Anspruch. „Eine Kollegin hat im ersten Beruf Friseurin gelernt. Sie hat alle geschminkt und frisiert“, erzählte Organisatorin Marion Thäter vom Haus Weiher.

Und während die Models auf den Laufstegen dieser Welt gestylt und geschminkt möglichst unnahbar wirken möchten, strahlten die Frauen und Männer in Hersbruck Spaß und Freude aus. „Der Auftritt hat mir total viel Spaß gemacht“, erzählte Özgül Sengül (36). Sie will im nächsten Jahr wieder bei der Modenschau mitmachen. Und sie bringt zum Abschied noch ein grundsätzliches Thema auf. „Ich will Menschen mit Behinderung Mut machen, sich zu trauen und auch einmal Model zu sein.“ Ob die 36-Jährige damit die 88 Bewohnerinnen und Bewohner im Haus Weher meinte, ließ sie offen.

„Ich fände es super, wenn bei den großen Modeschauen dieser Welt auch Menschen mit einer Behinderung auftreten würden“, griff Martin Chmel, Leiter vom Haus Weiher, den Gedanken auf. Aber fürs Erste wäre er auch schon damit zufrieden, wenn eine inklusive Modenschau zum Beispiel auf der Hersbrucker Gewerbeschau stattfinden könnte. Denn vermisst hat er den Hauch von großer weiter Welt bei der Vorführung in der Einrichtung der Rummelsberger Diakonie nicht. „Für unsere Bewohnerinnen und Bewohner ist die Modenschau ein Highlight. Ich finde es toll zu sehen, wie selbstbewusst sie hier ihr Outfit präsentieren und das Bad in der Menge genießen“, freute sich Chmel.


Von: Heike Reinhold

Özgül Sengül zeigte bei der Modenschau im Haus Weiher der Rummelsberger Diakonie farbenfrohe Alltagsmode. Foto: Heike Reinhold

Entspannte Stimmung herrschte bei der Modenschau im Haus Weiher der Rummelsberger Diakonie. Foto: Heike Reinhold

Zur Erinnerung ein Gruppenfoto: Models und Organisatorinnen der Modenschau im Haus Weiher der Rummelberger Diakonie. Foto: Heike Reinhold

06.06.2019

Schülerinnen und Schüler bewiesen Ausdauer beim Dreikampf

62 Kinder und Jugendliche nahmen am 3. Triathlon der Dr. Kurt-Blaser-Schule teil.

Bayreuth – Bereits zum 3. Mal veranstaltete die Dr. Kurt-Blaser-Schule in Bayreuth für ihre Schülerinnen und Schüler einen Triathlon auf und rund um das Schulgelände. An dem Wettkampf nahmen 62 Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 9 teil. Die Dr. Kurt-Blaser-Schule ist Teil des Heilpädagogischen Zentrums (HPZ), das zur Hilfe für das behinderte Kind Bayreuth gGmbH (HbK) gehört. Die Kinder und Jugendlichen absolvierten im Wettkampf die drei Disziplinen Trocken-Schwimmen, Radfahren und Laufen.

Bei einer kleinen Begrüßung in der Aula kamen alle Schülerinnen und Schüler sowie die beteiligten Lehrerinnen und Lehrer, Pflegekräfte, Therapeutinnen und Schulbegleiterinnen zusammen. Anne Haug, eine über Bayreuth hinaus bekannte Triathletin, sendete den Kindern und Jugendlichen sportliche Grüße und wünschte ihnen viel Erfolg.

Der Wettkampf startete mit dem Trocken-Schwimmen. Auf dem Bauch liegend absolvierten die Sportler in drei Leistungsgruppen die Rollbrett-Strecke in der Turnhalle. Da einige Schülerinnen und Schüler nicht sicher und selbstständig schwimmen konnten und das Schwimmbad im HPZ leider defekt ist, diente diese Variante als Ersatz.

Im Anschluss absolvierten die Sportler je nach Leistungsvermögen eine Radstrecke zwischen 1,2 und 6 Kilometern. Dafür wurden Teile der benachbarten Straßen und Gehwege gesperrt. Die Sportlerinnen und Sportler nutzten Liegeräder, Laufräder, Dreiräder und Roller, jeder so, wie es für ihn passte. Zum Schluss liefen die Schüler je nach Leistungsstand Strecken zwischen 600 Metern und 2,5 Kilometern. Dabei wurden die Triathleten von ihren Mitschülerinnen und Mitschülern lautstark angefeuert.

Bei der Siegerehrung wurden die drei leistungsstärksten Mädchen und Jungen jeder Gruppe mit jeweils einer Gold-, Silber- und Bronzemedaille ausgezeichnet. Die schnellste Klasse und damit Sieger des Wanderpokals wurde in diesem Jahr die Klasse M2. Alle Sportlerinnen und Sportler erhielten Teilnehmer-Urkunden und Ehren-Medaillen, die von Schülerinnen und Schülern der Berufsschulstufe hergestellt wurden. Schulleiterin Anne Wayand bedankte sich bei allen Förderern und Unterstützern. Sie betonte die Bedeutung von Sport und Bewegung für die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler. „Im kommenden Jahr wollen wir das Angebot wieder für die Kinder und Jugendlichen organisieren“, kündigte Wayand an.


Von: Sören Köhler, StR (FöS)

Insgesamt 62 Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 9 nahmen am 3. Triathlon der Dr. Kurt-Blaser-Schule teil. Fotos: Christian Brahmann / HbK