Wichernhaus Altdorf

Angebote für Menschen mit Behinderung

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30.07.2021

2. Tierpatentag am Erlebnisbauernhof in Hilpoltstein

15 Tierpatinnen und –paten und ihre Familien haben den Auhof-Erlebnisbauernhof kennengelernt

Hilpoltstein – 180 Tiere und 70 Tierpaten – das ist die Bilanz nach einigen Jahren Tierpatenschaften am Auhof in Hilpoltstein. Zum zweiten Mal konnten am vergangenen Samstag Patinnen und Paten beim Tierpatentag zusammenkommen, sich kennenlernen und sich bei Kaffee, Kuchen und Eis über die Arbeit des Erlebnisbauernhofs informieren. 15 Patinnen und Paten samt Familie hatten das Angebot angenommen, sichtlich stolz auf das Gute, das ihre Spende am Auhofbauernhof bewirkt.

Andreas Ammon, Leiter des Auhofs, begrüßte die Anwesenden in der Eventhalle – coronakonform gab es einen eigenen Tisch für jede Familie. „Der Erlebnisbauernhof ist die Perle des Auhofs“, schwärmte der Einrichtungsleiter, „ein toller Ort für Inklusion.“ Menschen mit und ohne Behinderung kämen am Bauernhof zusammen, so Ammon. Die Pflege der Tiere wird von Menschen mit Behinderung, die am Auhof leben, übernommen. Aber: Für die Versorgung der Tiere gibt es keine finanzielle Unterstützung von Kostenträgern. „Es ist so toll, dass es Menschen wie Sie gibt, die für dieses Projekt spenden“, bedankte sich Ammon bei den Tierpatinnen und –paten.

Tierarztkosten, Spezialfutter, Materialkosten für Gehege und Umzäunungen… die Spendengelder werden vielseitig eingesetzt, wie Markus Stengl, Leiter des Erlebnisbauernhofs, erklärte. Auch von der Corona-Zeit erzählt Stengl. Die Klientinnen und Klienten durften nicht mehr auf dem Bauernhof arbeiten. „Da fehlten auf der einen Seite natürlich die Arbeitskräfte und nur noch wenige Hauptamtliche mussten alles alleine schultern. Und gleichzeitig war es für die Beschäftigten schwer auszuhalten, nicht mehr bei den geliebten Tieren sein zu können.“ Erst seit Juli 2021 läuft der Normalbetrieb auf dem Hof wieder.

Besonders erfreut waren die Tierpatinnen und Tierpaten, dass sie nach Kaffee und Kuchen mit den Eseln einen Spazier-Parcour gehen durften. Auch der Rundgang mit Erklärungen zum sogenannten „Archehof“, der zur Erhaltung seltener Nutztierrassen dient, machte allen Beteiligten sichtlich Spaß.

Weitere Informationen zu den Tierpatenschaften gibt es unter: www.rummelsberger-diakonie.de/tierpatenschaft .


Von: Diakonin Arnica Mühlendyck

Die Tierpatinnen und Tierpaten waren glücklich, endlich ihre „tierischen Schützlinge“ sehen und streicheln zu dürfen. (Foto: Diakon Mathias Kippenberg)

13.07.2021

Heilerziehungspflege-Schüler*innen ziehen Resümee über die Ausbildung in Corona-Zeiten

Einsatz in Praxisstellen ist herausfordernd – wichtige Stütze für Bewohner*innen

Ebenried – Endlich dürfen die Schüler*innen wieder in die Fachschule für Heilerziehungspflege in Ebenried kommen. Neben dem Unterricht geht es nun auch darum, bewusst zu reflektieren, wie für die Ausbildungsbeginner das erste Ausbildungsjahr gelaufen ist. Besonders gefehlt hat der persönliche Austausch in den Praxisstellen. Dort warteten auch die größten Herausforderungen auf die Schüler*innen.

Sylke Frauenhofer macht ihre praktische Ausbildung in einer Einrichtung für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen. Dort gab es über Weihnachten einen größeren Corona-Ausbruch. „Alle mussten im Zimmer bleiben und wir durften nur in voller Schutzkleidung arbeiten“, erzählt Sylke Frauenhofer. „Wir haben versucht, mit jedem einzeln ein kleines Weihnachten zu feiern. Besonders schwer war es, niemanden berühren zu dürfen, vor allem wenn die Bewohner zu einem sagen: ‚Ich will dich doch so gerne umarmen‘“.

Auch für die Fachschülerin Valentina Zigic führte der Lockdown zu schwierigen Situationen in ihrer Praxisstelle, einer Einrichtung für Menschen mit einer Mehrfachbehinderung: „Für die Bewohner war vieles verboten. Sie durften nicht raus, waren sehr isoliert, nicht mal ihre Eltern durften zu Besuch kommen. Sie hatten große Angst und haben gefragt: ‚Was ist los? Was ist das für eine Maske? Sind meine Eltern krank, weil ich sie nicht sehen darf? Wann ist es vorbei?‘“

Lehrkraft und stellvertretender Schulleiter Andreas Schock bewundert die Leistung der Schüler*innen in dieser Zeit: „Sie haben das seelische Überleben der Bewohner*innen ermöglicht“, sagt er.

An den Online-Unterricht haben sich längst alle gewöhnt, doch zu Beginn kam es auch dabei immer wieder zu Schwierigkeiten. „Am Anfang war es sehr angespannt, ich habe mir viel Stress gemacht“, berichtet Valentina Zigic. „Es gab immer wieder technische Schwierigkeiten oder jemand hatte Probleme mit dem Internet.“ „Alle Unterlagen und Skripte übersichtlich abzuspeichern und bei Bedarf wiederzufinden, hat viel Selbstorganisation gefordert. Das hat nicht immer geklappt“, ergänzt ihr Klassenkamerad Christian Obermeier, „und zu Hause ist man vielen Ablenkungen ausgesetzt, da ist es gar nicht so einfach, konzentriert dabei zu bleiben.“

Für Sylke Frauenhofer hatte der Online-Unterricht etwas Positives: „Ich war länger erkrankt und hätte nicht an die Schule fahren und am Unterricht teilnehmen können. Durch den digitalen Unterricht konnte ich die Ausbildung weiterführen, worüber ich sehr froh bin.“

Celina Pelka zieht ebenfalls ein positives Fazit: „Am Anfang war alles schwierig, aber es wurde immer besser und am Schluss war alles möglich.“ Die Schülerin stellt auch den Lehrkräften ein positives Zeugnis aus: „Die Lehrkräfte mussten ihren kompletten Unterricht umstellen. Das hat recht zügig geklappt. Mit Videokonferenzen, Einzelaufgaben und Gruppenarbeiten in digitalen Gruppenräumen war der Unterricht verständlich und abwechslungsreich. Auch bei Prüfungsleistungen sind uns die Dozenten entgegengekommen, haben Klausuren in Hausarbeiten oder mündliche Online-Prüfungen umgewandelt.“

Andreas Schock und die anderen Lehrkräfte haben das Gefühl, dass Interessenten wegen der schwierigen Lage derzeit oft zögern und sich unsicher sind, ob sie sich für die Heilerziehungspflegeausbildung bewerben sollen. Celina Pelka hat dazu eine Meinung: „Es ist natürlich unklar, wie lange es Corona-Einschränkungen geben wird, aber jetzt ist alles eingespielt, jetzt läuft alles. Das Schöne an der Fachschule Ebenried ist die familiäre Atmosphäre, man kennt jedes Gesicht. Also bewirb dich!“

Wer Interesse an der Ausbildung zum/zur Heilerziehungspfleger*in hat kann sich unter www.rummelsberger-diakonie.de/hep oder direkt im Sekretariat unter 09179/96560 informieren. Die Bewerbung für den Ausbildungsbeginn im September 2021 ist noch möglich.


Von: Tina Dehm